Aktuelles

Stiftungsrat fasst Beschluss zur Fassade des Bauhaus-Museums

Der Stiftungsrat folgte nach intensiver Diskussion der Empfehlung einer Fachjury und beauftragte die Stiftung, den seit einem Jahr vorliegenden alternativen Fassadenentwurf von Architektin Heike Hanada zu realisieren. Dieser Entwurf verzichtet auf die bisher vorgesehene Glasfassade, sieht aber weiterhin in die Fassade integrierte Lichtbänder vor, die mit durchsichtigen, fein strukturierten Glasscheiben abgedeckt werden. Auf diese Weise werden 24 horizontale LED-Linien die monolithische Fassade des Baus strukturieren. Die in den Fugen der hellen Sichtbetonfassade verlegten Lichtbänder vermitteln den Eindruck von Leichtigkeit und verleihen dem Gebäude eine gleichmäßige, horizontale Rhythmisierung. Mit Einbruch der Dämmerung werden die Glasbänder zu leuchten beginnen. Von Nahem betrachtet erinnert die Struktur des Glases an organische Einschließungen wie in Marienglas oder Polareis. Von Ferne wird das autarke Spiel der gebündelten Lichtlinien dominieren, die den klar gesetzten und geerdeten Baukörper in eine schwebende Lichtskulptur verwandeln. Möglich wurde der neue Entwurf auch durch Entwicklungen in der LED-Technik. Um die Fassade fertigstellen zu können, ist eine Änderung der Baugenehmigung (Tektur) nötig, die die Stiftung nun beantragen wird.

Der heutigen Entscheidung für die Fassadengestaltung lagen allein inhaltliche und ästhetische Abwägungen zugrunde, da jede Fassadengestaltungsvariante durch die Zuwendungsgeber Freistaat Thüringen und Bundesrepublik Deutschland abgesichert gewesen wäre. Der Stiftungsrat stellte mit Bedauern fest, dass auf der Suche nach der besten Lösung für eine Fassadengestaltung für das Bauhaus-Museum Weimar Defizite in der Kommunikation insbesondere gegenüber der Stadtöffentlichkeit zu verzeichnen waren. Minister Hoff als Vorsitzender des Stiftungsrates und Oberbürgermeister Peter Kleine werden den Beschluss zur Fassade zeitnah gegenüber Stadtrat und Stadtöffentlichkeit in Weimar erläutern.

»Durch die Veränderung, die wir nun an der Fassade vornehmen, wird die subtile Überlagerung von organischen und streng abstrakten Formen besonders deutlich werden. Ich bin froh und erleichtert, dass mein überarbeiteter Entwurf, dem eine abstrakte, minimierte Idee zugrunde liegt und der damit viel nachdrücklicher Konzepte des Bauhauses aufgreift, die Unterstützung des Stiftungsrates erfahren hat«, so Heike Hanada. Stiftungspräsident Hellmut Seemann betonte: »Lange haben wir gemeinsam mit Heike Hanada nach Lösungen gesucht, wie wir für das Museum an seinem Standort zwischen klassischem Weimar und NS-Gauforum die beste Qualität erzielen können. Ich bin sehr dankbar, dass wir den Vorschlag der Architektin nun umsetzen können. Zum 100. Geburtstag des Bauhauses wird das Museum ab der Eröffnung am 5. April 2019 als architektonisches Wahrzeichen für die Bauhaus-Stadt Weimar kraftvoll und glaubwürdig auftreten.«

Der Fachjury gehörten, wie zwischen Stadt Weimar und Stiftung vereinbart, Barbara Holzer (Zürich) und Irene Wiese-von Ofen (Essen) als Fachjurorinnen des 2. Wettbewerbs (VOF-Verfahren) an, der sich 2012 an die Entscheidung im Architekturwettbewerb anschloss. Heike Hanada präsentierte dem Stiftungsrat heute ihren Fassadenentwurf. Irene Wiese-von Ofen führte die Begründung der Fachjury im Einzelnen aus, die sie veranlasst hat, die alternative Gestaltung vorzuziehen. Laut Gutachten der Jury überzeugt die Fassadengestaltung unter städtebaulichen und architektonischen Aspekten. Konkret stärke sie »den architektonischen Ausdruck des Volumens in seiner Solitärwirkung und schafft dennoch […] die notwendige Verbindung zum angrenzenden städtebaulichen Kontext ebenso wie [zum] benachbarten Landschaftsraum«.

zurück zur Liste

nach oben